Morassina - Schaubergwerk & Heilstollentherapie in Thüringen
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Öffnungszeiten
1. November bis 31. März:
täglich 11.00 bis 15.00 Uhr

1. April bis 31. Oktober:
täglich 10.00 bis 16.00 Uhr

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Geschichte

Geschichte, Entwicklung und Perspektiven des Bergwerkes in Kurzform

Das heutige Schaubergwerk Morassina mit seinem "Sankt Barbara" Heilstollen ging hervor aus einer ehemaligen Alaun- und Vitriolhütte. Folgen Sie in Kurzform seiner Geschichte:

1683 - 1860 aktiver Bergbau im Untertagebereich -Hohlraumsystem über drei Sohlen hinweg derzeit bekannten Hohlräume und Stollensysteme über 2 km, Volumen von mehr als 20.000 m³,

1951 Aufwältigung und Entdeckungen der von der Natur geschaffenen Kostbarkeiten und Schönheiten auf der Suche der SDAG Wismut nach Uranerzen.

01. Oktober 1989 bis Mitte September 1992 Erschließungsmaßnahmen
Am Pfingstsonntag, 30. Mai 1993, Eröffnung des Schaubergwerkes Morassina
unter großer Anteilnahme der Bevölkerung

1995 Eröffnung des Bergbaumuseums im Verwaltungstrakt und des Alaunschieferbergbau-Lehrpfades im Flurstück Grusenbach/Goldbach

1996 ging das Schaubergwerk Morassina ein in das Guinness-Buch der Rekorde als "Einzigartiges Schaubergwerk - eine Kombination aus Naturschönheit und technischem Denkmal mit Relikten bergbaulicher Tätigkeit von hohem kulturhistorischen Werten", denn neben der Tropfstein- und Sinterbildung ist fast die gesamte Stempelsetzung im Originalzustand erhalten geblieben.

1996 Eröffnung des Untertagesanatorium "Sankt Barbara"

Auf Grund seiner bisherigen Entwicklung, seiner einmaligen Besonderheiten und unerschlossenen Trümpfe gilt heute national und international das Schaubergwerk Morassina als ein Superlativ der Bildung, Forschung, Entspannung, Erholung und Gesundheit, das mit seinen perspektivischen Möglichkeiten noch längst nicht am Ende ist.

2007 Kneipp-Tretbecken im Außenbereich und Planfertigstellung der Umbaumaßnahmen für Kneipp- und Ockerschlammanwendungen im Verwaltungstrakt als "Musterprojekt für den Freistaat Thüringen im Sinne eines Kneipp-Gesundheitszentrums mit Speläotherapie"

2009- 2011 Einweihung der barrierefreien Sonnenterasse. Sie dient als Ruhebereich zwischen den Präventionsangeboten.

2011 Eröffnung des Morassina Gesundheitszentrums im Ergebnis eines Musterprojektes für den Freistaat Thüringen, im Sinne eines Kneipptherapiezentrums mit Heilstollentherapie, das nunmehr unter der Schirmherrschaft von Frau Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht weiter betrieben wird.


Geschichte des Morassinaortes Schmiedefeld und Umgebung

Seine Existenz verdankt der Ort den ausgiebigen Eisenerzlagerstätten, die bereits im frühen Mittelalter bekannt waren und abgebaut wurden. Goldwäscher und Goldsucher folgten dem Flußlauf der Schwarza und deren Seitentälern, bis in unsere Gegend. Der Name Schmiedefeld, "Die Eisengruben, daneben die Schmitten im Feld"- "Ein Feld voller Schmieden", 1414 ersterwähnt, deutet darauf hin, dass hier, direkt am Fundort das Eisen auf Rennfeuern aus dem Erz geschmolzen und durch Schmieden zu Gebrauchsgegenständen und Werkzeugen verarbeitet wurde.

Der älteste Bergbau in der Region galt jedoch Wetzsteinvorkommen, die bereits vor der Zeitenwende die Völkerstämme der Kelten und Germanen nutzten, indem sie daraus Wetzsteine schlugen zur Verbesserung der Eigenschaften ihrer Waffen und Werkzeuge.

Den Bergleuten folgten Holzfäller und Köhler. Es wurde Landwirtschaft betrieben, Olitäten (Naturheilmittel) angefertigt, Glas geschmolzen, Porzellan hergestellt, das Handwerk blühte auf und Schmiedefeld entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Orte auf der Saalfelder Höhe.

Kriegerische Auseinandersetzungen, Epidemien, Hungersnöte und Seuchen führten immer wieder zu Rückschlägen. Doch den alten Schmiedefeldern geht der Ruf voraus, das überall dort, wo sie ihre Wurzeln in den eisernen Boden trieben, sie niemals zu verdrängen sind.

Nach 1945 wurden neue Industriezweige und Technologien angesiedelt. Es entstanden neue Ortsteile am Sommerberg und Taubenbach. Durch Fremdenverkehr und Tourismus kamen viele Menschen hierher. Schmiedefeld wurde weithin bekannt.

Heute zählt der Ort über 1100 Einwohner und trägt aufgrund seiner einmaligen Potentiale stolz die Bezeichnung Ort mit Heilstollenbetrieb.


Geschichte des Alaunschieferbergwerkes

Das alte Bergwerk wurde über einen Zeitraum von 1683 - 1860 im Untertagebereich betrieben. In diesem Zeitraum schufen die Bergleute ein Hohlraumsystem, das sich über drei Sohlen hinweg erstreckt. Die derzeit bekannten Hohlräume und Stollensysteme haben ein Ausmaß von über 2 km bei einem Volumen von mehr als 20.000 m³.

Den ehemaligen Abbauverlauf im Alaunschieferflöz befuhr, beschrieb und beeinflusste positiv mit effektiven Neuerungen Alexander von Humbolt als preußischer Bergassesor am 11. Juni 1792. Einzelheiten dazu erfahren sie von unseren Bergführern im Rahmen des Rundganges im Stollen.

Nach Stilllegung der Grube verfielen die Stolleneingänge, das Bergwerk geriet in Vergessenheit.

Auf den Spuren des Johann Leonard Morassi

Am 06. September 1683 wurde der erste urkundliche Nachweis für den Abbau von Alaunschiefer im Goldloch, heute auch Schwefelloch genannt, den Gewerken

  • Johann Georg Wildt - Blaufarbenbetreiber zur "Wilden Piesau",
  • Simon Leib - Hammermeister in Geiersthal,
  • Hans Holzhey - Bürger in Gräfenthal und
  • Christoph Unger - Bergmann in Schmiedefeld

die Konzession zur Errichtung einer Vitriol - und Schwefelhütte erteilt.

Anfang des 18. Jahrhunderts muss der Bergbau auf Alaunschiefer im Goldloch auflässig gewesen sein, denn am 23. Juni mutet der Handelsmann Johann Leonard Morassi aus Neustadt an der Heyde im Bergfreien unterhalb des Schmiedefelder Angers und der Schwefelhütte im Goldloch eine gevierte Fundgrube und vier Maße, nebst dem Tiefen Erbstollen, der früher von den Wildt`schen Erben betrieben wurde, unter dem Namen "Morassi". Am 05.Mai 1718 verkauf Morassi an seinen Schwager, dem Buchdrucker Johann Nicolaus Mönch in Coburg, die Hälft seines Vitriolwerkes für 400 Reichstaler. Der Grube "Morassin" benachbartes freies Feld wird im April 1719 von Johann Friedrich Wildt in einer Größe von einer gevierten Fundgrube und zwei Maßen gemutet, das ihm auch am 12. Juni 1719 verliehen wurde. Schließlich kam es am 07.Februar 1721 zur Vereinigung beider Grubenfelder unter dem Namen "Morassina".

Schon seit geraumer Zeit interessieren uns die Herkunft und der Zusammenhang des Handelsgutes worauf Johann Leonard Morassi seinen Erwerb tätigte, denn im Taufregister des Pfarramtes Schmiedefeld ist im Jahre 1717 vermerkt:

Johann Nicolaus Unger lässt seine am 03. Dezember geborene Tochter am 05. Dezember auf den Namen Barbara Catharina taufen. Einer der Taufpaten ist Johann Leonard Morassi (ITALI), habietantis (wohnte) in Neustadt a. d. Heide.

Die Vermutung liegt nahe, dass in der Kombination Morassi - Mönch zwei Interessenbereiche über den Bergbau gebündelt wurden.

1. Thüringer Schwarz öfter auch Brockenschwarz bezeichnet, ist eine Naturerdenfarbe die durch Ausschlämmen oder der Hereingewinnung kohlenstoffhaltiger Nester im Alaunschieferflöz abgebaut wurde. Thüringer Schwarz war der wichtigste Bestandteil der Druckerschwärze in der damaligen Zeit.

2. Alaun, Vitriol und Schwefel des Weinbaus wegen, denn mit Alaun - und Vitriol wurden bestimmte Krankheiten am Rebstock bekämpft. Schwefel brauchte man zur Desinfektion der Behältnisse Weinfässer, Handwerkzeuge, Räumlichkeiten usw.

Genaueres zu erfahren sollte eine Kontaktaufnahme im Herkunftsbereich der alten Namensträger Morassi erbringen. Begleitet wurde das Vorhaben von der Deutschen Botschaft in Rom, wo der Dank Frau Sylvia Klein für ihr Arrangement vor Ort in den Regionen Piemont und Genua sehr hilfreich war. Wir lernten das Weingut Guiseppe Cortese kennen, wo auf dem seit Menschengedenken betreibenden Weinberg Morassina mit der Rebsorte Barbera mehrmals der hoch deklarierte BARBERA D`ALBA MORASSINA Wein vinifiziert und produziert wird.

Herr Cortese ist ein Nachfahre der alten Morassi, die im Raum Genua Weinhandel betreiben und im späten Mittelalter als Winzer und Weinbauern in der Landschaft Piemont mitten in der historischen Einzellage "Rebana" ansässig wurden.

Leider besitzt die Familie keinen Stammbaum. Die Erinnerungen gehen etwa 3 Generationen zurück. Aber wir erhielten Informationen und Hinweise die nach dem Vorliegen der angeforderten Unterlagen sicher brauchbare Aussagen erhalten.

1750 bis 1753 wurde das Kauf- und Handelshaus Frege aus Leipzig Besitzer des Vitriolwerkes im Schwefelloch. Frege erweiterte die Produktionspalette, verbesserte die Qualität der Produkte und wurde schließlich zum größten Vertreiber von Alaun-und Vitriolprodukten in Mitteldeutschland.

1863 - das Vitriolwerk im Schwefelloch lieferte seine letzten Produkte aus, die Menschen verließen das Tal, die Bergleute gingen ins Eisenerz.

Mehrere Jahrhunderte ruhte der Bergbau. Die Stollen verfielen und von dem einstigen Werk ergriffen Natur und Vegetation immer mehr Besitz. Nur die ausfließenden, stark eisenhaltigen Grubenwässer im Bereich des Tiefen Erbstollens, im Volksmund auch "Sauerborn" genannt, gaben immer wieder Anlass zu Spekulationen der hier vorbei kommenden Einwohner und Wanderer. Bei vielen Schmiedefelder Einwohnern fanden Wasser und Schlamm Verwendung zur Heilung und Linderung spezieller Leiden.

1910 - um diesen Zeitpunkt wurde in den austretenden Grubenwässern im Arnsgereuther Tal erhöhte Radioaktivität nachgewiesen. Daraufhin fanden in mehreren stillgelegten Alaunschieferbergwerken Aufwältigungen und Erkundungsarbeiten statt. So auch in der Schmiedefelder "Morassinagrube" im Schwefelloch.

1916 - am 15. April bekam Otto Wohlfahrt das Bergwerkseigentum im Umfeld "Morassina" zur Gewinnung von Schwefel, Alaun- und Vitriolerzen neu verliehen. Inoffiziell wollte Wohlfahrt die Grube zu Schauzwecken herrichten. Laut einem Gerichtsurteil musste er sich jedoch verpflichten, im Bereich der Thüringer Staaten einschließlich der in Thüringen gelegenen preußischen Bezirke keine Wettbewerbs-unternehmen zu den Saalfelder Feengrotten zu errichten.

1928 - am 15. Februar, wurde das Grubenfeld, ohne das Wohlfahrt einen Aufschluss getätigt hatte, ins Bergfreie gegeben.


Entwicklung und Perspektiven von Schaubergwerk und Heilstollen

1951 wältigten Bergleute der SDAG Wismut auf der Suche nach Uranerzen die verfallenen Stollen auf. Man fand zwar kein spaltbares Material, aber die Schmiedefelder wurden erstmals mit der Tatsache konfrontiert, dass in der Zwischenzeit die Natur ein einmaliges Ensemble von Tropfstein- und Sinterbildungen geschaffen hatte, das in seiner unübertroffenen Farbenpracht- und Formenvielfalt weit und breit seinesgleichen sucht und schon damals als ein besonderer Zauber der Elemente eingestuft wurde.

Leider war es nicht möglich, das Hohlraumsystem für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Konkurrenzdenken und die Nähe zur deutsch - deutschen Grenze ließen die geringsten Ansätze im Keim ersticken. Erst kurz vor der politischen Wende im Land kam vom damaligen Rat des Bezirkes Suhl, Abt. Geologie, grünes Licht.

Entdeckung NEU

Die Bau- und Sicherungsarbeiten begannen am 01. Oktober 1989 und waren Mitte September 1992 beendet. Am Pfingstsonntag, dem 30. Mai 1993, wurde das Schaubergwerk Morassina unter großer Anteilnahme der Bevölkerung zur Besichtigung freigegeben.

1995 Eröffnung des Bergbaumuseums im Verwaltungstrakt des Schaubergwerk sowie des Bergbau-Lehrpfades im nahen Umfeld. (2008 ein Teil des Fundus wird ausgelagert)


1996 ging das Schaubergwerk Morassina ein in das Guinness-Buch der Rekorde als "Einzigartiges Schaubergwerk - eine Kombination aus Naturschönheit und technischem Denkmal mit Relikten bergbaulicher Tätigkeit von hohen kulturhistorischen Werten", denn neben der Tropfstein- und Sinterbildung ist fast die gesamte Stempelsetzung im Originalzustand erhalten geblieben.

1996 das Untertagesanatorium "Sankt Barbara" Heilstollen wird seiner Bestimmung übergeben.

Auf Grund seiner bisherigen Entwicklung, seiner einmaligen Besonderheiten und unerschlossenen Areale gilt heute das Schaubergwerk Morassina, national und international als ein Superlativ der Bildung, Forschung, Entspannung, Erholung und Gesundheit, das mit seinen perspektivischen Möglichkeiten noch längst nicht am Ende ist.

Ab 2007 praktizieren wir Anwendungen nach Sebastian Kneipp und einer Reihe nebenwirkungsfreier Angebote im Sinne von Medizin ohne Beipackzettel.


Die historischen Stempelsetzungen

Dem praktischen Zweck entsprechend waren beim aktiven Bergbau drei Arten von Stempelsetzungen gebräuchlich.

Im Hohlraumsystem unseres Bergwerkes waren einst tausende Stempel vorhanden. Einige wurden durch neue ersetzt.
Einzelheiten dazu erläutern wir Ihnen gern vor Ort.

Stempelsetzung im Berg

Die Erdfarben der Morassina

Neben Alaun, Vitriol, Schwefel, Kupferöl (Schwefelsäure gehören auch Erdfarben oder Farberden als ein interessantes Nebenprodukt des hiesigen Bergbaus zur Produktionspalette.

Gewonnen wurden Goldocker oder Satinocker im bergfrischen Zustand auch "Ockerschlamm" genannt. Die Grundkomponenten sind fein verteilt im Alaun- und Kieselschieferflöz enthalten. Sie werden von dem aus der Erdoberfläche her eindringenden Wasser gelöst und in den Vertiefungen der Grubenwasserableitungssysteme, den sogenannten Bergbutter- oder Ockerfallen, ausgefällt und abgesetzt.

Im medizinischen Bereich erkannte man die Heilwirkung von Ockerschlamm am Anfang des vorigen Jahrhunderts. Aufgrund der reichen Vorräte in der Morassina wollen wir diese Erkenntnisse neu aufleben lassen und zur Anwendung bringen. (s. Heilschlammanwendung)

Englisch Rot erhielt man durch Brennen von Gold-Satinocker auf offener Flamme bei ca. 600oC.

Den Ausgangsstoff für Thüringer Schwarz bildeten die fast reinen Kohlenstoffadern von Graphit und Schuchardit, teilweise auch milder Schwarzschiefer, als feine Flöze im Alaunschiefergestein. Diese zerkleinerte man, vermengte die Bestandteile mit Wasser und schlemmte sie ebenfalls aus. Das Thüringer Schwarz kam feucht oder getrocknet auf den Markt, je nach Bedarf und Einsatzgebiet. In der damaligen Zeit eine begehrte Handelsware, so z.B. in der Porzellan- und Glasindustrie als Druckerschwärze, "Schuhwichse" bzw. Wagenschmiere oder zur Herstellung von Pastellfarben, Malerfarben und Dekorationsfarben.

Heute werden diese Produkte meist chemisch hergestellt.

Die hiesigen Erdfarben sind in unserem Morassina-Lädchen als Morassina Künstlerfarben erhältlich.


Die Fotos zeigen Studien von Siegfried Geigenmüller, gemalt mit Morassina Künstlerfarben 2004

Morassina - Schaubergwerk & Heilstollentherapie in Thüringen